Torantrieb nachrüsten: das vorhandene Tor elektrisch machen
Ein vorhandenes Tor lässt sich in vielen Fällen automatisieren. Die sechs Punkte, die vorher geprüft werden, und die zwei, an denen es meistens scheitert.

- Fast jedes Einfahrtstor lässt sich elektrisch nachrüsten, wenn es mechanisch in Ordnung ist: Tor leichtgängig, Scharniere sauber, Pfeiler fest.
- Drehtor oder Schiebetor: Zahnstange und Schiebetorantrieb am Laufpfosten, beim Drehtor ein Drehtorantrieb je Torflügel.
- Der passende Antrieb kostet 1.077 bis 1.320 Euro, mit Einbau rund 1.900 bis 2.600 Euro; entscheidend sind Stromzuführung und Zustand der Pfeiler.
- Mit dem Antrieb wird das Tor zur kraftbetätigten Toranlage: Lichtschranke und Kraftbegrenzung sind Pflicht.
Die sechs Prüfpunkte
- Läuft das Tor leicht von Hand?
Das ist der wichtigste Test. Ein Tor, das sich manuell schwer öffnen und schließen lässt, wird durch einen Antrieb nicht besser, sondern zerstört ihn. Erst Scharniere und Ausrichtung sauber herrichten, dann automatisieren.
- Trägt der Pfeiler?
Beim Drehtor überträgt der Drehtorantrieb sein Drehmoment auf den Torpfosten. Bewegt sich dieser unter Last, muss er zuerst neu gesetzt werden.
- Passt das Gewicht?
Torgewicht und Länge bestimmen die Auslegung. Alte Tore mit Vollblechfüllung sind oft schwerer, als sie aussehen.
- Ist ausreichend Platz für den Antrieb?
Beim Schiebetor neben dem Laufpfosten, beim Drehtor hinter oder neben dem Pfeiler. Wo nichts hinpasst, bleibt der Unterflurantrieb.
- Kommt Strom hin?
Der typische Stolperstein. Ohne Leerrohr bedeutet die Zuleitung aufgeschnittenes Pflaster oder eine Aufputzverlegung an der Grenze.
- Nimmt der Rahmen die Zahnstange auf?
Beim Schiebetor muss der untere Rahmen eine durchgehende Verschraubung der Zahnstange erlauben. Bei sehr alten Toren ist das nicht immer der Fall.
Welcher Torantrieb passt zu welcher Torart?
Die Torart entscheidet über den passenden Antrieb. Ein Schiebetor bekommt einen Schiebetorantrieb mit Zahnstange am Torblatt; er sitzt neben dem Laufpfosten auf einem eigenen Fundament und arbeitet bei freitragenden Anlagen ebenso wie auf Laufschiene. Ein Drehtor bekommt je Torflügel einen Drehtorantrieb: den Gelenkarm bei breiten Mauerpfeilern, die Linearspindel bei schlanken Stahlpfosten, den Unterflurantrieb, wenn nichts sichtbar sein soll. Ein Hoftor elektrisch nachzurüsten läuft nach demselben Prinzip, nur mit einem starken Antrieb für schwere Torflügel bis 8 m. Ein Gartentor elektrisch zu öffnen ist eher eine Frage des Türöffners, den die Sprechanlage freigibt. Beim Garagentor gelten eigene Regeln: Dort arbeitet ein Deckenantrieb mit Schiene, der nicht mit einem elektrischen Torantrieb für die Einfahrt zu verwechseln ist, auch wenn Garagentor und Einfahrtstor am selben Handsender hängen können; wer beides automatisch öffnen möchte, legt beim Kauf der Steuerung einen Vier-Kanal-Sender fest.
| Torart | Antrieb | Richtpreis mit Montage |
|---|---|---|
| Schiebetor, freitragend oder auf Laufschiene | Pfostenantrieb PRO mit Zahnstange | 1.077 Euro, mit Einbau ca. 1.920 Euro |
| Drehtor, zweiflügelig | Antrieb Elektrisch / Elektrisch L | 1.184 bis 1.320 Euro, mit Einbau ca. 2.420 bis 2.560 Euro |
| Hoftor bis 8 m | Industrie-Pfostenantrieb PRO | auf Anfrage |
| Pforte | Öffnung per Fernbedienung | 335 Euro |
| Garagentor | Deckenantrieb mit Schiene | 600 bis 1.200 Euro |
Woran es meistens scheitert
Nachrüsten lohnt sich
Substanz in Ordnung
- checkTor läuft leichtgängig, Rollen, Scharniere und Laufwerk sind intakt
- checkPfeiler stehen fest im Fundament
- checkLeerrohr liegt oder Zuleitung ist schnell zu legen
- checkTorblatt ist nicht verzogen
Neues Tor ist sinnvoller
Wenn zwei Punkte zutreffen
- removePfeiler wackeln oder sind am Fuß durchgerostet
- removeTorblatt verzogen, Tor schleift oder hängt
- removeLaufschiene defekt oder im Belag eingewachsen
- removeRahmen nimmt keine Zahnstange auf
- removeSicherheitsabstände lassen sich nicht herstellen
Der ehrliche Hinweis: Wenn zwei der rechten Punkte zutreffen, ist die Umrüstung selten wirtschaftlich. Der Antrieb kostet dann fast so viel wie eine neue, hochwertige Anlage, die für den Betrieb ausgelegt ist und Garantie mitbringt. Die Wahl zwischen Umrüstung und Neuplanung ist deshalb mehr als eine Kostenfrage: Ein elektrisches Einfahrtstor, das mechanisch sauber läuft, hält zwanzig Jahre; ein nachgerüsteter Antrieb an einem verzogenen Blatt ist nach drei Jahren verschlissen. Ideal ist die Umrüstung bei einem Tor, das mechanisch gesund ist und nur den Komfort vermissen lässt.
Was die Umrüstung kostet
Der Antrieb ist der kleinere Teil: 1.077 Euro für den Pfostenantrieb PRO am Schiebetor, 1.184 bis 1.320 Euro für den Flügeltorantrieb; komplett mit E-Anschluss (150 Euro) und Feinjustierung (690 bzw. 1.090 Euro) rund 1.900 bis 2.600 Euro. Entscheidend sind die Nebenkosten. Liegt ein Leerrohr, ist der Stromanschluss in einer Stunde erledigt; ohne Leerrohr kommen Erdarbeiten, aufgeschnittenes Pflaster und eine Kernbohrung dazu, oft 500 bis 1.500 Euro, zusätzlich zum Antrieb. Muss ein Pfeiler neu gesetzt werden, sind es mit Fundament 400 bis 800 Euro mehr. Wer vergleicht, rechnet deshalb die komplette Toranlage: Ein neues elektrisches Einfahrtstor mit 4 m Durchfahrt liegt bei 4.000 bis 7.000 Euro, die Umrüstung einer gesunden Anlage bei 1.500 bis 3.000 Euro. Die Preise für neue Tore stehen unter Schiebetor Preise.
Sicherheitstechnik gehört dazu
Ein von Hand bedientes Tor wird mit dem elektrischen Antrieb zu einer kraftbetätigten Anlage. Damit gelten Anforderungen an die Betriebssicherheit, die vorher nicht galten: Kraftbegrenzung, Lichtschranke und der Schutz von Quetsch- und Scherstellen. Das ist kein Formalismus, sondern der Unterschied zwischen einem Tor, das stoppt, und einem, das weiterfährt. Zuverlässig ist das nur, wenn die Kraft bei der Inbetriebnahme gemessen wird; deshalb übernehmen wir Anschluss, Einstellung und Dokumentation, während Sie die Vorbereitung auf dem Grundstück selbst machen können.
Komfort nach dem Umbau
Nach der Umrüstung lässt sich das Tor automatisch öffnen: per Handsender aus dem Auto, per App oder Codetaster, mit Sanftanlauf und automatischem Zulauf, der die Einfahrt nach einer eingestellten Zeit wieder schließt. Der Komfort ist derselbe wie bei einem neuen elektrischen Tor, die Sicherheit auch; wer will, bewegt das Tor weiterhin manuell über die Notentriegelung. Das ist besonders für Grundstücke mit Garagentor und Einfahrtstor die richtige Lösung, weil beide am selben Sender laufen. Die Details zu den Motoren stehen unter Schiebetorantrieb und Drehtorantrieb.
Schicken Sie uns Fotos von Tor, Pfeilern und Laufwerk. Wir sagen Ihnen ehrlich, ob sich die Umrüstung lohnt.
Häufige Fragen zum Nachrüsten
Kann ich einen Antrieb selbst montieren?add
Die Mechanik ja, wenn Sie handwerklich geübt sind. Die Einstellung der Kraftbegrenzung und den Anschluss ans Netz sollten Sie abgeben, daran hängt die Sicherheit.
Was kostet die Umrüstung?add
Mit Einbau rund 1.900 Euro am Schiebetor und 2.400 bis 2.600 Euro am Flügeltor. Entscheidend ist, ob eine Stromzuführung liegt und ob Pfeiler und Laufwerk hergerichtet werden müssen. Alle Preise: Konfiguratorpreise von Löwe inkl. 19 % MwSt., Stand September 2026, ohne Versand; Aktionsrabatte sind bereits enthalten.
Kann ich mein Hoftor elektrisch nachrüsten?add
Ja, wenn Pfeiler und Torflügel in Ordnung sind. Für breite Torflügel ab 3 m und tägliche Nutzung wird ein Drehtorantrieb mit Dauerbetrieb gewählt.
Geht es auch mit Solarstrom?add
Für kleine, selten benutzte Anlagen gibt es Solarsets mit Akku. Für die Hauptzufahrt, die täglich mehrfach läuft, ist eine feste Zuleitung die zuverlässigere Lösung.
Welcher Antrieb ist der richtige für mein Tor?add
Schiebetor: Zahnstangenantrieb. Drehtor: Gelenkarm bei breiten Pfeilern, Linearspindel bei schlanken, Unterflur, wenn nichts sichtbar sein soll. Die richtige Auslegung folgt aus Gewicht, Breite und Fahrten pro Tag; Details unter Torantriebe.
