Wie hoch darf ein Zaun in Nordrhein-Westfalen sein?
In Nordrhein-Westfalen sind Einfriedungen bis 2,00 m Höhe verfahrensfrei. An der Grenze zum Nachbarn gilt zusätzlich die ortsübliche Höhe. Beide Werte, mit Fundstelle.

- Bauordnung: verfahrensfrei bis 2,00 m.
- Nachbarrecht: im Zweifel 1,20 m.
- Bebauungsplan: kann beides unterschreiten und geht dann vor.
- Gemessen wird ab dem natürlichen Gelände, ein Sockel zählt zur Höhe dazu.
Was die Landesbauordnung sagt
§ 62 Absatz 1 Nummer 7a der Bauordnung NRW 2018 stellt Einfriedungen bis zwei Meter Höhe verfahrensfrei, außer im Außenbereich.
Verfahrensfrei bedeutet nur, dass kein Bauantrag nötig ist. Alle materiellen Anforderungen gelten weiter: Abstandsflächen, Festsetzungen des Bebauungsplans, Vorgaben zu Sichtdreiecken an Einfahrten und die Regeln des Nachbarrechts.
Was zum Nachbarn gilt
§ 35 des Nachbarrechtsgesetzes NRW kennt eine Einfriedungspflicht für bebaute Grundstücke auf Verlangen des Nachbarn. Maßstab ist die ortsübliche Einfriedung, im Zweifel 1,20 m.
Diese zweite Zahl ist der Grund für die meisten Missverständnisse. Die Bauordnung richtet sich an die Behörde und beantwortet die Frage nach dem Bauantrag. Das Nachbarrecht richtet sich an den Nachbarn und beantwortet die Frage, was an der gemeinsamen Grenze zulässig ist. Beide gelten gleichzeitig.
In der Praxis in Nordrhein-Westfalen
NRW ist das Land mit den meisten Anfragen bei uns, und die häufigste Rückfrage lautet: Zwei Meter sind erlaubt, warum sagt der Nachbar etwas dagegen? Die Antwort liegt im Unterschied der beiden Gesetze. Die Bauordnung sagt, dass kein Bauantrag nötig ist. Das Nachbarrechtsgesetz sagt, was an der gemeinsamen Grenze zulässig ist, und das sind im Zweifel 1,20 m. Beides gilt gleichzeitig.
So wird gemessen
- Ab dem natürlichen Gelände, nicht von der Mauer oder vom aufgeschütteten Beet aus.
- Sockel und Mauer zählen mit. Eine 40 cm hohe Mauer plus 1,80 m Zaun sind 2,20 m Einfriedung.
- Bei Hanglage wird an der höchsten Stelle gemessen. Wer in Stufen setzt, misst jede Stufe einzeln.
- An der Einfahrt gilt zusätzlich das Sichtdreieck: Blickdichte Elemente bleiben dort meist unter etwa 80 cm.
Alle Bundesländer im Vergleich
Alle 16 Bundesländer im Überblick
| Bundesland | Bauordnung | Nachbarrecht |
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Wo wir in Nordrhein-Westfalen bauen
Geliefert wird deutschlandweit frei Haus. Für diese Städte gibt es eigene Seiten mit Stadtteilen, örtlichen Besonderheiten und Referenzen: Köln, Düsseldorf, Dortmund, Essen, Bonn. Alle Regionen stehen unter Regionen.
Wir prüfen Höhe, Abstand und Fundament beim Aufmaß mit und fragen bei Bedarf beim Bauamt nach.
Häufige Fragen
Zwei Meter oder 1,20 m: was gilt denn nun?add
Beides. Bis zwei Meter brauchen Sie keinen Bauantrag. An der Grenze zum Nachbarn gilt zusätzlich die ortsübliche Höhe, im Zweifel 1,20 m. Wer höher will, braucht die Zustimmung oder den entsprechenden Abstand.
Kann mein Nachbar eine Einfriedung verlangen?add
Bei bebauten Grundstücken ja. Die Kosten der gemeinsamen Einfriedung werden dann geteilt.
Was ist mit einem Sichtschutz auf der Terrasse?add
Eine Sichtschutzwand direkt an der Grenze ist etwas anderes als eine Einfriedung entlang der ganzen Grenze. Für sie gelten eigene Grenzabstände, und sie wird häufiger zum Streitpunkt.
Wo steht die verbindliche Regel für mein Grundstück?add
Im Bebauungsplan der Gemeinde und, sofern vorhanden, in einer Gestaltungssatzung. Beide gehen der allgemeinen Regel vor. Ein Anruf beim Bauamt klärt das meist in wenigen Minuten.
Stand September 2026. Diese Übersicht ersetzt keine Rechtsberatung. Maßgeblich sind der jeweils geltende Gesetzestext und die örtlichen Festsetzungen. Die vollständige Erklärung steht im Pillar-Ratgeber zur Zaunhöhe.
