Wusstet Ihr schon, dass…die Email eigentlich schon steinalt ist?

F. Sinner hat gepostet

Emails. Elektronische Post. Der digitale Nachfolger klassischer Briefe. Komfortabel, kostenlos und vor allem schnell von A nach B versandt. Innerhalb von nur wenigen Sekunden – kaum abgeschickt, ist sie auch schon da. Jeder von uns nutzt sie mittlerweile und Kommunikation wäre ohne die Email wohl kaum mehr denkbar. Dabei gilt die Email immer noch als recht moderne Art der Kommunikation, da der Versand über das Internet erfolgt, welches ja ebenfalls noch nicht ganz so alt ist. Interessanterweise ist das ein Irrglaube, denn die Email ist bedeutend älter, als man glauben mag. Wer denkt, die Email existiert erst seit den 90ern (oder vielleicht 2000ern), der liegt gehörig falsch. Zum Zeitpunkt der ersten Email tourte noch Elvis Presley durchs Land und der Vietnamkrieg erreichte zeitgleich traurige Höhepunkte. Ja, so steinalt ist die Email mittlerweile.

1971, USA – das Geburtsjahr der Email

Der offizielle Erfinder der elektronischen Post ist Ray Tomlinson, ein studierter Elektrotechniker. Er wurde damals damit beauftragt, neue Anwendungsmöglichkeiten für das ARPANET (= Computernetzwerk des US-Verteidigungsministeriums) zu entwickeln. Ihm kam der Gedanke einer unkomplizierteren Kommunikation, die den umständlichen Kontakt normaler Briefe vereinfachen sollte, um so die allgemeine Produktivität zu steigern. Tomlinson entwickelte das heute weltbekannte @-Zeichen, um Benutzernamen und Domainnamen eindeutig zu trennen und zugleich einen direkten Kontakt herzustellen. Vermutlich war er sich damals nicht darüber im Klaren, welchen Einfluss sein kleines Zeichen auf uns alle haben würde. Tomlinson selbst kann sich übrigens nicht mehr wirklich daran erinnern, welche exakte Nachricht in der allersten Email gestanden hat – außer, dass der Inhalt relativ belanglos und daher ohne echte Bedeutung war.

1984, Deutschland – die erste deutsche Email

Die erste transatlantische Email wurde von den USA nach Deutschland über das CSNET (= Vorläufer des Internets) im Jahre 1984 an die kryptische Adresse rotert@germany geschickt. Simpler Inhalt: „Wir sind froh, euch an Bord zu haben.“ Absender der Mail vor über 30 Jahren war Laura Breeden, Mitglied des CSNET-Administrationsbüros an der amerikanischen MIT-Universität. Der Empfänger war Michael Rotert, ein Mitglied der Informatikabteilung der Universität Karlsruhe, die sich mit dem Empfang der Mail offiziell der Weiterentwicklung des CSNET-Projekts angeschlossen haben.

Eine kleiner Begriff, der so klein dimensioniert begann, nur um unsere Welt zukünftig massiv zu beeinflussen.

Interessanter Fun-Fact am Rande: Während heutige Mails in Sekundenschnelle verschickt und empfangen werden, geisterte die erste Email über 24 Stunden im virtuellen Raum herum, bis sie endlich das angepeilte Ziel erreichte. Mittlerweile werden übrigens knapp 600 Milliarden Emails pro Jahr versandt – unglaublich, wie sich die Technologie im Laufe der Zeit verfeinert und weiterentwickelt hat.

Streit um die Email-Erfindung

Auch wenn Ray Tomlinson weltweit als Urvater der Email anerkannt wird, so sieht dies mindestens eine andere Person ganz anders: Shiva Ayyadurai, ein in Indien geborener amerikanischer Wissenschaftler behauptet über sich selbst, er habe die Email im Jahre 1978 mit 14 Jahren persönlich erfunden. Ob seine Geschichte tatsächlich der Wahrheit entspricht, weiß nur er selbst, die Fachwelt hält die Aussage allerdings für nicht sonderlich glaubwürdig. Vor allem da er den Anspruch erst Jahrzehnte später gelten machen wollte. Die ganze Geschichte ging sogar soweit, dass Ayyadurai eine Reihe von Verleumdungsklagen gegen Nachrichtenportale gestartet hat, die öffentlich seine persönliche Geschichte anzweifeln. Eines der aktuelleren Beispiele war eine Schadenersatzklage mit einem Volumen von 15 Millionen US-Dollar gegen Techdirt, einem IT-Blogger-Team. Am Ende des Prozesses wurden dem selbsternannten Mail-Erfinder zwar keine 15 Millionen, aber immerhin 750.000 US-Dollar zugesprochen – ein mehr als lukrativer Nebenerwerb.

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