Linux auf Deinem Trekstor-Laptop

B. Dahlhoff hat gepostet

Linux kann ziemlich frustrierend sein, wenn man es versucht auf einem Gerät zu installieren, welches nicht kompatibel ist. Zum Glück gibt es aber auch eine ganze Reihe von Geräten, auf denen Linux einfach gut läuft. Das Trekstor A13B ist solch ein Gerät. Hier habe ich ein paar Tipps zusammengestellt, wie der Einstieg in Linux damit gelingen kann.

Ein paar Tipps für den Start

Speicher: Aktuelle Geräte von Trekstor haben meistens einen 64 oder 128 Gigabyte großen eMMC Permanentspeicher (früher: Festplatte) auf dem sich Windows befindet. Für Anfänger ist es oft nicht sinnvoll, diesen zu unterteilen für Windows und Linux. Einerseits sind 64 Gigabyte einfach nicht genug für beide Betriebssysteme, andererseits ist die sogenannte Partitionierung nichts für Anfänger. Ich empfehle darum, Windows bei der Installation von Linux komplett zu entfernen. Vorher sollten natürlich alle Dokumente gesichert werden.

Distribution und Secure Boot: Moderne Trekstor Laptops starten das Betriebssystem im Secure Boot Modus. Das bedeutet, dass das UEFI (früher BIOS) überprüft, ob die für den Start benötigten Betriebssystemkomponenten mit einem gültigen Schlüssel digital signiert sind. Ich empfehle darum, eine Distribution zu installieren, die mit einem digital signierten Kernel daher kommt und Secure Boot unterstützt. Für meine Tests habe ich Fedora Linux 31 eingesetzt. Das Linux und ein Hilfsprogramm zum erstellen eines startfähigen USB-Sticks findest Du auf dieser Seite: https://getfedora.org/de/workstation/download/

Die Installation: Man kann bei einem Trekstor Laptop ein anderes Startmedium auswählen, indem man unmittelbar nach dem Einschalten solange wiederholt auf die F7-Taste drückst, bis ein blaues Auswahlfenster erscheint. Hier kannst man dann einen USB-Stick mit der Linux-Installation auswählen. Wie es danach weitergeht, erfährst man zum Beispiel in diesem Video auf Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=oMQipP6vmOU

Probleme? Viele Linux-Distributionen haben eine mehr oder weniger freundliche Anhängerschaft, welche unter anderen in Online-Foren Hilfe leistet, wenn es mal irgendwo klemmt. Ein guter Startpunkt für deutschsprachige Fedora-Nutzer ist zum Beispiel https://fedoraforum.de/

Dokumentation: Ein großer Vorteil, den Fedora Linux hat ist, dass es zu Red Hat (IBM) gehört. Fedora ist sozusagen der hippe kleine Bruder des großen Red Hat Linux. Das bringt allerlei Vorteile mit sich: Die Dokumentation von Red Hat Linux ist, bis auf wenige Ausnahmen, mit Fedora Linux kompatibel. Wer also eine Dokumentation sucht, der wird auf der Webseite von Red Hat [Link: https://access.redhat.com/documentation/en-us/redhatenterprise_linux/8/ ] fündig.

Gnome Desktop

Bei Linux hat man die Wahl zwischen verschiedenen Desktop-Umgebungen. Das ist die Sammlung an Programmen, welche die Bedienoberfläche erzeugt. Die Bedienoberfläche ist nicht nur entscheidend dafür, wie die Benutzeroberfläche aussieht, sondern bestimmt auch, wie man seinen Computer bedient. Einen Überblick über die aktuellen Entwicklungen bei den Linux Desktops erhalten, kann man z.B. hier beim Heise-Verlag [ Link: https://www.heise.de/thema/Linux_Desktop ] . Eine gutes Video über Linux Desktops und Benutzerführung gibt es hier [ Link: https://www.heise.de/thema/Linux_Desktop ] auf Youtube (in englische Sprache).

Ich persönlich halte den Gnome Desktop in Bezug auf Bedienbarkeit, Benutzerführung und technische Umsetzung für die beste Desktop-Umgebung. Gnome entspricht ziemlich genau meinen Bedürfnissen. Und bevor ein Glaubenskrieg über Linux-Desktop-Umgebungen auf diesem Blog ausbricht, lass mich anmerken, dass es wichtig ist, dass jeder das Linux und die Desktop-Umgebung findet, die zu ihr oder ihm passen. Meine Wahl ist Gnome und alle weiteren Tipps beziehen sich darauf und Fedora Linux 31.

Einstellungen für das A13B

Einer der wichtigsten Aspekte bei der Bedienung eines Computers ist, wie gut die Eingabegeräte funktionieren. Meist sprechen wir da bei Laptops von Tastatur und Touchpad. Bei manchen Geräten kommt noch der Touchscreen dazu.

Ich habe Fedora Linux mit dem Gnome Desktop auf dem Trekstor A13B Laptop und dem Trekstor S11B Tablet getestet. Eine Sache, die mir besonders beim A13B Laptop nicht gefallen hat, war das Touchpad. Ich bin es von anderen Laptops gewohnt, dass man auch in der Mitte des Touchpads klicken kann. Beim A13B geht das leider nicht und man muss wirklich unten am Rand des Touchpad klicken. Dies ist aber einfach zu lösen, indem man einstellt, dass auch ein leichtes Antippen des Touchpads im Linux einen Mouseklick auslöst. Dafür klickt man oben rechts auf das Symbolfeld mit der Batterie, dem Lautsprecher und dem WLAN und wählt dann das Zahnrad für die Einstellungen. Alternativ drückt man kurz die Windows-Taste und gibt "Einstellungen" ein. Es öffnet sich ein Fenster mit Systemeinstellungen. Anschließend wählt man in der linken Leiste auf "Geräte" und danach auf "Maus und Tastfeld". Dort findet sich die Funktion "Antippen zum klicken". Fertig. Jetzt kann man das Touchpad einfach antippen um einen Klick auszulösen

Das A13B hat ein Full-HD-Display. Für manchen Nutzer mag diese Auflösung zu klein sein. Es besteht die Möglichkeit, die Skalierung zu ändern, so dass alle Bedienelemente ein wenig größer angezeigt werden. Dafür ist es allerdings notwendig, dass auf der Kommandozeile ein Befehl eingegeben wird, bevor die Funktion in den Systemeinstellungen zu Verfügung steht. Dafür startet man das Programm "Terminal". Am schnellsten findet man dies, indem man die Windows Taste kurz drückt und dann "Terminal" eingibt. Im Terminal gibt man dann folgenden Befehl ein:

gsettings set org.gnome.mutter experimental-features "['scale-monitor-framebuffer']"

Hier ist die Schreibweise wichtig! Anschließend findet sich in den Einstellungen unter "Geräte -> Bildschirme" folgende Funktionen:

Eine gute Skalierung für das A13B ist 125%.

Einstellungen für das Auge

Windows Nutzer werden sich bei Gnome zuerst an die Bedienung gewöhnen müssen. Insbesondere fehlen von Haus aus die Knöpfe an den Fenstern zum maximieren und minimieren. Diese sind aber recht leicht nachzurüsten. Es gibt in Gnome ein Programm namens "Optimierung" mit dem man die Benutzeroberfläche seinen Bedürfnissen anpassen kann. Das dazugehörige Programmpaket heißt "gnome-tweaks". Um es zu installieren, öffnet man am besten ein Terminal (Windows-Taste, dann "Terminal" eingeben) und gibt darin folgenden Befehl ein, um gnome-tweaks zu installieren:

sudo dnf -y install gnome-tweaks

Nachdem die Installation abgeschlossen ist, findet man das Programm namens "Optimierungen" im Unterordner "Hilfsprogramme" oder indem man die Windows-Taste drückt und "Optimierungen" eingibt.

Man kann übrigens auch einige alternative Designs installieren. Eine Übersicht der verfügbaren Designs für die Oberfläche (hier GTK) erhältt man, indem man eingibt:

dnf search gtk themes

Ich empfehle beispielsweise das Adapta Design, welches mit folgendem Befehl zu installieren ist:

sudo dnf -y install adapta-gtk-theme

Jetzt kann man unter "Optimierungen" auch das neue Design auswählen. Evtl. muss das Programm zuerst geschlossen und dann wieder geöffnet werden.

So, das waren erstmal die grundlegenden Einstellungen. Es gibt jede Menge mehr zu entdecken. Viel Spaß dabei!

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Kommentar von proleo |

Hat irgendjemand es schon geschafft die WLAN-Funktion beim Surfbook W2 zum Laufen zu bringen?

Antwort von F. Sinner

Hallo proleo,

sind auf dem Surftab W2 die aktuellsten Treiber vorhanden? Uns sind keine Probleme mit dem W2 im Hinblick auf das WLAN bekannt.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr TREKSTOR Team

Kommentar von Christian |

Daumen hoch für den Artikel!!!
Linux ist nicht schwer, wenn man etwas Bereitschaft zum Einarbeiten mit bringt. In der Rückschau finde ich die Lernkurve die man mit Hilfe der diversen Communities hinlegt sehr beachtlich. Das hat bei mir mit Windows, beginnend bei Windows 3.1, viel länger gedauert.
Ich habe bislang nur gute Erfahrung mit dem Surfbook A13B, Arch Linux mit Gnome Desktop!

Grüße an meine Nachbarschaft, Trektstor sitzt bei mir in Bensheim. Und nochmal vielen Dank, dass ihr Euch auch nicht vor Linux versteckt.

Habt Spaß, bleibt alle Gesund,
Christian

Antwort von F. Sinner

Vielen Dank für die Rückmeldung. Da freut sich der Autor des Artikels aber ganz bestimmt!

Liebe Grüße aus Bensheim,

Ihr TREKSTOR-Team

Kommentar von Achim |

Linux läuft!
Habe Ubuntu und Kubuntu (20.04) auf dem Primebook P14 bzw. auch die Vorversionen installiert und keine Probleme, auch nicht mit WLAN, festgestellt. Sogar die Sonderfunktionen auf den Fn-Tasten funktionieren wie unter Windows.
Fazit: Linux (Ubuntu) ist eine tolle Windows-Alternative!

Antwort von F. Sinner

Hallo Achim,

vielen Dank für das Lob. Das freut den Autor ganz bestimmt!

Liebe Grüße,
das TREKSTOR-Team

Kommentar von Björn Büchel |

guten Tag,
ich habe versucht Linux von verschiedenen Distributionen auf dem a13b zu installieren. Alles funktioniert außer die intel 3165 Netzwerkkarte. Habe diverse foren besucht und nachgeschaut alle haben dieses nicht zum Laufen gebracht. Plötzlich höre ich das es Laufen soll.
mit freundlichen Grüßen

Antwort von B. Dahlhoff

Hallo Björn,

 die Netzwerkkarte läuft ab Kernel Version 4.2. Es ist aber möglich, dass nicht alle Linux-Distributionen die Firmware mitliefern. Du hast leider nicht angegeben, welche Linux-Distributionen Du ausprobiert hast. Du könntest z.B. eine aktuelle Distribution (z.B. Fedora 32 oder Ubuntu 20.10) installieren. Bei Fedora 32 sind der Treiber und die Firmware definitiv dabei. Evtl. musst Du auch nur die Firmware von Intel (siehe unten) in deinem Linux (unter /lib/firmware ) ablegen.

 https://www.intel.com/content/www/us/en/support/articles/000005511/network-and-i-o/wireless-networking.html

Viel Erfolg und viele Grüße,
Benjamin Dahlhoff

Kommentar von Björn Büchel |

habeL inux fedora 31 und Ubuntu 20.10 ausprobiert nichts, dann ist wohl meine Netzwerkkarte von Anfang an defekt, wird von Windows allerdings erkannt,und es wurde mir gesagt Linux wird nicht unterstützt

Antwort von B. Dahlhoff

Hallo Björn,

da ich leider kein Testgerät mit dieser speziellen Wifi-Karte besitze, kann ich das leider selbst nicht testen. Von daher werde ich dir da leider keine Auskunft geben können. Das ist natürlich sehr schade.

Liebe Grüße,
Benjamin