Gaming-Display Features: Was ist eigentlich G-Sync, VSync und Freesync?

F. Sinner hat gepostet

Der Kauf eines Gaming-Monitors war in der Vergangenheit ein recht einfacher Kauf. Ab in den Elektrohandel oder online ein bisschen gestöbert und nach roher Leistung das passende Model gekauft – und erledigt war der Erwerb des wichtigen Computer-Bestandteils. Heutzutage ist die Geschichte aber weitaus komplizierter, da es mehr zu beachten gibt. Die Rede ist von den Techniken G-Sync, VSync und Freesync, die derzeit der neueste Schrei am Gaming-Himmel sind.  Wer sich heute einen Bildschirm kauft, der sollte darauf achten, dass mindestens eine oder im besten Fall mehrere dieser Techniken unterstützt wird. Ihr wisst nicht was es damit auf sich hat? Ist nicht schlimm, wir versuchen ein wenig Licht ins Technik-Wirrwarr zu bringen.

Für was benötigt man ein Sync-Feature?

Solche Sync-Technologien wurden entwickelt, um einen ganz störenden Umstand beim Gaming auszumerzen: dem Screen-Tearing. Das Tearing ist ein Problem, welches durchaus häufig auftritt und den Gaming-Genuss ordentlich trübt. Dieses tritt auf, wenn die Grafikkarte und das Display nicht synchron arbeiten und eine Komponente auf die andere warten muss und sich die Anzeige „verschluckt“. Das führt zu einem hässlichen flimmernden Riss im Bild im Verbund mit Mikrorucklern, der mal mehr oder weniger häufig auftreten kann – auffällig ist das Vorkommnis aber allemal und zerstört die sonst so perfekte Immersion. Um dieses Vorkommnis zu reduzieren oder gar ganz zu entfernen, sollte auf die bereits angesprochenen Sync-Techniken zurückgegriffen werden.

Die Standardlösung: VSync

Mit VSync hat die Industrie dem Tearing-Problem den Kampf angesagt. Bei fast allen Spielen existiert mittlerweile in den Grafikeinstellungen die Option, VSync zu aktivieren – und da mittlerweile nahezu jeder halbwegs moderne Bildschirm VSync unterstützt, kann dies auch fast jeder nutzen. Wird diese Technologie aktiviert, dann schaltet sich der Bildschirm mit der Grafikkarte synchron und Halb-Frame Darstellungen (Ruckler, Bildeinrisse) werden auf das Mindestmaß reduziert. Das Ergebnis ist ein sichtlich ruhigeres und ausgewogeneres Bild – die Augen freuts.

VSync ist durchaus hilfreich und wird mittlerweile von fast jedem Bildschirm unterstützt.

Beispiel: Die Grafikkarte produziert weitaus mehr Frames pro Sekunde, als der Bildschirm in der gleichen Zeitspanne anzeigen kann, was daraufhin zu den beschriebenen Problemen führt. VSync reduziert automatisch die FPS (Frames pro Sekunde) auf die ideale Bildanzeige des Monitors (zum Beispiel 60 Bilder pro Sekunde) und lässt so die Komponenten im Gleichschritt arbeiten. Das klappt in der Theorie auch alles einwandfrei, führt im Alltag aber öfter zu Problemen: VSync ist massiv hardware-hungrig und führt nach der Aktivierung auf vielen Systemen zu ordentlichen Leistungseinbußen. Manche Computer sind einfach nicht stark genug, um VSync flüssig darzustellen. Von daher sollte bei jedem Spiel getestet werden, ob eine Einschaltung tatsächlich Sinn ergibt.

Die Evolution: GSync und Freesync

Jetzt wird es für den Kunden etwas verwirrend: Da GSync und FreeSync in weiten Teilen ähnlich agieren, aber von unterschiedlichen Firmen unterstützt werde, müssen die Displays dafür entsprechend ausgelegt sein. GSync kommt vom Hersteller Nvidia und der Konkurrent AMD setzt auf Freesync. Ihr müsst darauf achten, dass euer Bildschirm eine der beiden Funktionen implementiert hat. Zwar funktionieren beide Techniken ähnlich wie VSync, sind aber während des Betriebs dynamischer und daher vorteilhafter, da sie sich an die Leistungsgrenze der Grafikkarte anpassen.

Nvidia setzt mit Gsync auf einen lizensierten Standard, der strengstens kontrolliert wird. (Bildquelle: Hairem/Shutterstock.com)

Je nach Auslastung kann die Grafikkarte mehr oder weniger Frames pro Sekunde anbieten und Freesync oder GSync skalieren dabei frei mit. Schafft die Grafikkarte 60 FPS, dann zeigt der Monitor auch 60 FPS an. Wandern die Frames runter auf 58, dann zieht der Bildschirm automatisch mit. Das sorgt für ein besseres Ressourcen-Management, weniger Hardwarehunger und bietet schließlich eine optimierte Performance sowie eine stabile Bildanzeige.

Gibt es einen Unterschied zwischen Freesync und Gsync?

In erster Linie der Preis. Nvidia lizensiert Gsync an Monitorhersteller, während AMD mit Freesync die lizenzfreie Schiene fährt. Das Ergebnis sind günstigere Preise für Displays mit Freesync-Unterstützung. Nvidia setzt andererseits auf strenge Qualitätskontrollen, um das beste Ergebnis liefern zu können. Bildschirme mit FreeSync-Support können aufgrund nicht vorhandener Kontrollen von AMD daher möglicherweise eine schwächere Qualität oder unregelmäßige Aussetzer liefern – hier muss jeder selbst entscheiden, ob er sich für die günstigere oder die vermutlich qualitativ hochwertigere Variante entscheidet. Ihr müsst nur beachten, dass ihr für Gsync eine verbaute Nvidia-Grafikkarte im Rechner benötigt und bei Freesync das Pendant von AMD verbaut sein muss.

AMD bietet mit Freesync eine lizenzfreie und damit kostengünstigere Sync-Alternative, die in der Qualität allerdings variieren kann. (Bildquelle: Anatolii Mazhora/Shutterstock.com)

Kleiner Tipp zum Abschluss: Wenn ihr eine überdurchschnittliche Grafikkarte in eurem PC habt, dann solltet ihr einen Blick auf Monitore mit 144 Herz werfen, um für mehr Frames und damit auch für eine noch flüssigere Spiel-Performance zu sorgen. Wer sich im Einstiegs- oder im unteren Mittelfeld befindet, der kann allerdings auch problemlos zu einem 60-Hertz-Display greifen.

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