Black Friday vs. Singles Day – Die Mega-Shoppingevents im Vergleich

F. Sinner hat gepostet

Mega-Shoppingevents rücken immer mehr in den Fokus der Öffentlichkeit und spielen nicht nur im Einzelhandel, sondern vor allem im Online-Handel eine immer wichtigere und präsentere Rolle. Da ist es wenig überraschend, dass zelebrierte Konsummonster wie der US-amerikanische Black Friday oder der chinesische Singles Day immer höhere Verkaufsvolumen erreichen und einen Rekord nach dem anderen knacken. Vor allem in den Ursprungsländern ist der Handel massiv auf diese Tage angewiesen, da viele Menschen auf die guten Angebote an diesen Tagen spekulieren – und obwohl solche Shoppingevents bei uns auch langsam an Popularität gewinnen, sind wir noch lange nicht so auf bestimmte Daten fixiert. Eigentlich jeder kennt mittlerweile den Black Friday oder den von Onlineshops eingeführten Cyber Monday, aber wie sieht es mit dem gigantischen Singles Day in China aus? Wir wollen diese Shopping-Highlights etwas näher vergleichen, denn die Zahlen sind atemberaubend.

Der US-amerikanische Black Friday

Der Black Friday ist jedes Jahr der Tag nach dem US-Feiertag Thanksgiving und findet damit immer am letzten Freitag des Novembers statt. Er gilt als Startschuss in die Weihnachtssaison, die nach wie vor die umsatzstärkste Zeit des Jahres ist – weltweit. Deswegen hat er für alle Geschäfte, egal ob on- oder offline, eine große Bedeutung und spült richtig viel Geld in die Kassen. Da viele Amerikaner sich den Black Friday als Brückentag frei nehmen, ist dementsprechend viel in den Geschäften los und ein Großteil der Bevölkerung ist auf der Suche nach dem nächsten Super-Schnäppchen.

In den USA wird der Black Friday zelebriert, wie ein echter Feiertag - vermutlich weil fast jeder Amerikaner über diesen Tag ohnehin frei hat.

Allerdings spielt das Online-Geschäft eine immer größere Rolle, eben weil viele Menschen sich das Gedränge nicht mehr antun möchten. Das führte dazu, dass der Black Friday 2018 online einen Umsatz von 6,22 Milliarden US-Dollar in gerade einmal 24 Stunden generierte (23,6 Prozent mehr als 2017). Auch für 2019 prognostizieren Experten einen Umsatzanstieg von mehreren Prozent, der vermutlich für die Überschreitung der 7 Milliardengrenze führen wird. Kleine Fakten am Rande: Etwa 33,5 Prozent aller online getätigten Käufe wurden mit mobilen Geräten gemacht und jeder dritte Amerikaner hat den festen Plan, sich an diesem Tag etwas zu gönnen.

Der Cyber Monday

Der Cyber Monday war ursprünglich als Gegeninitiative der Online-Händler gegenüber dem damals doch stark offline-gebundenen Black Friday gedacht. Auch wenn sich der Cyber Monday natürlich noch größter Beliebtheit erfreut, so hat der Online-Verkauf selbst beim Black Friday längst die klassischen Einzelläden als treibende Kraft abgelöst. Dennoch ist es verwunderlich, dass am Cyber Monday 2018 ein satter Umsatz von 7,9 Milliarden US-Dollar gemacht wurde (ein Anstieg von 19,3 Prozent) und damit der Black Friday zumindest im Online-Geschäft in die Schranken gewiesen wurde. In Deutschland spielt der Cyber Monday ebenfalls eine immer größere Rolle, da besonders der Versandriese Amazon mit vielen Rabatten ködert und damit nicht nur den inoffiziellen Verkaufsfeiertag ordentlich pusht, sondern ebenso die Tage davor mit Rabatten versüßt.

Der chinesische Singles Day

Black Friday und Cyber Monday wirken auf den ersten Blick beeindruckend, haben aber trotz des Milliardenumsatzes keine echte Chance gegen den Singles Day aus China. Noch nicht einmal kombiniert, können Black Friday und Cyber Monday dem chinesischen Phänomen das Wasser reichen. Kein Wunder, wenn man sieht, dass der Online-Versandhändler Alibaba (der Hauptantreiber für das gigantische Shopping-Event) innerhalb von 24 Stunden sensationelle 38,4 Milliarden Dollar umgesetzt hat – ein satter Anstieg um 26 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Zum Vergleich: 2009 startete Alibaba den ersten Singles Day Ausverkauf und erzielte einen Umsatz von gerade einmal 7,8 Millionen Dollar. Aber die Zahlen werden noch verrückter: Nach nur einer Minute und acht Sekunden wurden bereits Waren im Wert von einer Milliarde Dollar verkauft, 59 Minuten türmte sich schon ein Umsatz von 12 Milliarden auf. Und wenn man bedenkt, dass mittlerweile nicht nur Alibaba den Singles Day zelebriert, sondern auch andere große chinesische Online-Shops wie JD.com ihren Teil dazu beitragen, kann man von einem bedeutend höheren Umsatz des Absatzmarktes ausgehen. Unglaublich, aber wahr.

Die Statistiken in Deutschland

Der Black Friday und der folgende Cyber Monday kommen mittlerweile in Deutschland ins Rollen. Viele Deutsche denken um und hoffen an diesen Tagen auf besonders große Schnäppchen, denn die Umsätze sprechen eine eindeutige Sprache und stiegen an diesem expliziten Wochenende massiv an. Im Jahr 2018 konnte der deutsche Online-Handel 2,4 Milliarden Euro innerhalb dieser Zeitspanne generieren – ein nicht zu verachtendes Plus von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Double Eleven“, so wird der Singles Day in China genannt, spielt in deutschen Gefilden noch keine allzu große Rolle, auch wenn die Prognosen hier nach oben zeigen. Es wird nur eine Frage der Zeit sein, bis sich das chinesische Phänomen ebenso als beliebter Shopping-Zeitpunkt etabliert und viele Deutsche an diesem Tag auf smarte Angebote hoffen. 

Aber lohnt sich der ganze Trubel überhaupt?

Der Black Friday (und der Cyber Monday) ist ein zweischneidiges Schwert, da kräftiges Sparen immer relativ ist. In den USA ist es unbestritten, dass diese Tage das Shopping-Highlight schlechthin ist und man zum Teil massiv sparen kann. Vor allem mit Coupons geht nochmal mehr und die Angebote, die man in den Staaten beobachten kann, lassen uns hier richtig das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen. Aber können wir hier in den hiesigen Gefilden genauso viel sparen? Die Antwort ist ein glasklares Jaein. Denn es ist zwar durchaus möglich, echte Schnäppchen zu schießen, aber leider nur in seltenen Fällen. Nur etwa 14 Prozent aller untersuchter Artikel (innerhalb einer groß angelegten Studie) waren um 20 oder mehr Prozent im Preis reduziert. Die durchschnittliche Preisersparnis am Black Friday 2018 lag bei gerade einmal 6 Prozent – wobei vor allem bei kleineren Produkten eher gespart werden kann als bei teureren Optionen.

Besonders bei Spielekonsolen (hier: Xbox One S) kann man beim Black Friday gut sparen - Konsolen sind während der Zeit im Schnitt 15 Prozent günstiger.

Grundsätzlich empfiehlt es sich aber immer, mit einer Preissuchmaschine zu arbeiten, um den angeblichen Rabatt tatsächlich zu überprüfen und auch wirklich ein echtes und kein Pseudo-Schnäppchen zu schießen. Über den Singles Day in Deutschland gibt es derzeit noch keine ernsthaft zu verwertenden Daten, wobei sich das spätestens zum nächsten Jahr aufgrund der steigenden Popularität ebenfalls ändern dürfte.

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