Gegenstände aus der Düse - Der 3D-Drucker im Fokus

V. Wohlbold hat gepostet

In der virtuellen Welt geht es darum die Realität nachzuahmen und das möglichst detailgetreu. Forscher und Entwickler streben es an, eine Abbildung der Wirklichkeit zu erzeugen, um alle Sinne anzusprechen und den Nutzer in seinen Bann zu ziehen. Es soll das Gefühl des Eintauchens in eine neue aber gleichsam realistische Welt entstehen. Dieses Bestreben zeigt sich beispielsweise im Bereich der Computerspiele durch die Entwicklung von VR-Brillen. Etwas weniger im Fokus der Aufmerksamkeit, hat sich auch die Druckerwelt die dritte Dimension erschlossen. Flach war gestern, heute soll alles plastisch sein und zwar mit Hilfe von 3D-Druckern.

Funktionsweise von 3D-Druckern

Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher 3D-Drucker, gemeinsam ist ihnen allen, dass beim Fertigungsverfahren des 3D-Drucks das Material schichtweise aufgetragen wird und so Schritt für Schritt schließlich ein dreidimensionales Werkstück entsteht. Die Maße des anzufertigenden Modells werden in einer entsprechenden Software festgelegt oder das zu druckende Objekt von allen Seiten vorab gescannt. Der schichtweise Aufbau erfolgt dann computergesteuert. Der verwendete Werkstoff hat eine flüssige oder feste Konsistenz und bekommt seine vollständig feste Form durch physikalische oder chemische Härtungs- oder Schmelzprozesse. Typischerweise werden Kunststoffe, Kunstharze, Keramiken oder Metalle verwendet. Als besonderes Merkmal des 3D-Druckes lässt sich herausstellen, dass keine formenden Gusswerkzeuge, wie beispielsweise Gussformen, benötigt werden.

Erbsen aus dem Drucker

Kleine Tierfiguren, farbenfrohe filigrane Desserts oder eine ganze Skyline – zum Essen. 3D-Werkstücke zeichnen sich durch Leichtbau aus und ermöglichen es vor allem sehr kleine Strukturen zu fertigen. Momentan handelt es sich noch eher um Spielereien, was die Lebensmittelindustrie mit 3D-Druckern herstellt. Das könnte sich auf Dauer ändern. Das Herstellen von Nahrungsmitteln mit Druckern könnte das Kochen der Zukunft sein. Farbe und Form ließe sich klar definieren und an die Wünsche der Kunden anpassen. Macht euch auf eckige Pfannkuchen gefasst. Alle Erbsen und Kartoffeln hätten dieselbe Größe. Aber wollen wir das wirklich? Die momentan vorhandene Skepsis rührt vor allem gegen das Künstliche. Zumindest an der Stelle kann durchgeatmet werden. Die fertigen Produkte sind keine reine Chemie, sondern schmecken nach ihrer Grundzutat, sie werden sozusagen nur in eine neue Form gepresst.

Industrie und Heimanwendung

3D-Drucke sind in der Industrie zunehmend beliebt, da sie hier vor allem eines bedeuten: Wirtschaftlichkeit. Gegenwärtig werden 3D-Drucker, die Metall verarbeiten können, immer interessanter, da sich so auch relativ einfach Bauteile mit einer komplexen Geometrie herstellen lassen, für die andere konventionellen Fertigungsverfahren ungeeignet sind. Damit bieten 3D-Drucke eine Alternative oder Ergänzung zu bereits bestehenden Herstellungsverfahren. Einer großflächigen Nutzung stehen teilweise aber noch zu hohe Kosten, unzureichende Qualität und niedrige Produktionsgeschwindigkeiten im Weg. Auch die 3D-Drucker für den Heimgebrauch sind noch nicht ganz ausgereift. Auch wenn der eine oder andere einen 3D-Drucker zu Hause hat, haben sich diese in der Heimanwendung noch nicht durchgesetzt. Besonders die günstigeren Modelle lassen hinsichtlich der Qualität noch etwas zu wünschen übrig. Und auch Metall-3D-Druck ist für die Heimanwendung derzeit noch nicht möglich.

Was kostet die Welt

Wer sich eine ganze Welt in Miniaturform ausdrucken lassen will, für den könnte das teuer werden. Für eine von einem Servicedienstleister angefertigte Miniaturfigur einer realen Person (inkl. Scan bzw. Fotoshooting), sind derzeit ungefähr hundert Euro einzuplanen. Und Zeit kostete es auch. Natürlich bestimmt das „Was“ das „Wie lange“, aber mal zum Vergleich: Würde der Eifelturm in Originalgröße als 3D-Druck realisiert werden, würde das ca. 32 Millionen Euro kosten und etwa 2 Jahre dauern.

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